Ein Netzwerk, das sich selbst verwaltet und an neue Anforderungen anpasst – das klingt nach Zukunftsmusik, ist aber längst Realität. Mit der Digital Network Architecture (DNA) hat Cisco ein Framework geschaffen, das Unternehmensnetzwerke automatisieren, analysieren und sicherer machen soll. Was die Architektur genau ausmacht, welche Komponenten sie umfasst und wie sie sich im Wettbewerb positioniert, zeigt dieser Überblick.
Markteinführung der Cisco DNA: 2017 (Cisco Produktseite) ·
OSI-Schichten: 7 ·
SD-WAN-Komponenten: 4 (Fast Lane) ·
Umsatz Cisco 2024 (Mrd. USD): 54,1 ·
Hauptkonkurrent: Huawei
Kurzüberblick
- Ob Cisco DNA langfristig Marktanteile zurückgewinnen kann.
- Die genauen Preise für Cisco DNA-Abonnements in Deutschland sind nicht öffentlich einsehbar.
- Cloud-native Alternativen und SD‑WAN-Anbieter setzen Cisco unter Druck.
- Analysten erwarten eine stärkere Integration von KI in die Netzwerkarchitektur.
Schnellübersicht der Fakten
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Eigenschaften der Cisco DNA zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Produktname | Cisco Digital Network Architecture (DNA) |
| Einführungsjahr | 2017 (Cisco) |
| Hauptfunktion | Softwaredefinierte Netzwerkautomatisierung |
| Wettbewerber | Huawei, VMware, Arista Networks |
| Lizenzmodell | Abonnement-basiert (Cisco DNA Subscription) |
| Zentrale Komponenten | Controller, Edge-Geräte, Overlay, Orchestrierung (Fast Lane) |
| SD‑WAN-Integration | Ja, über Cisco SD‑WAN (IP‑Insider) |
| Zielnetzwerke | Campus, WAN, Rechenzentrum (Logicalis) |
| Automatisierung | Richtlinienbasierte Konfiguration und Echtzeit-Analyse (ACP Gruppe) |
Was ist eine digitale Netzwerkarchitektur?
Definition und Kernkonzepte
- Cisco DNA wird als offene, erweiterbare und softwaregesteuerte Architektur beschrieben (Fast Lane).
- Sie basiert auf einem Software‑Defined‑Network‑Controller, kontextbezogener Analyse und Netzwerkvirtualisierung (Fast Lane).
- Das Ziel ist die Automatisierung von IT-Prozessen und die Vereinfachung des Betriebs (Logicalis).
Die Architektur erlaubt es, Benutzer‑, Geräte‑ und Anwendungsrichtlinien zentral über verkabelte, drahtlose und Wide‑Area‑Netzwerke zu sichern (IP‑Insider). Das macht sie zu einem zentralen Eckpfeiler für Multi‑Cloud- und Multi‑Domain‑Umgebungen.
Cisco DNA im Fokus
Cisco beschreibt DNA als Teil eines Software‑Portfolios für SD‑WAN und Routing (Cisco). Die Lösung wird von Partnern als intelligent und hochsicher eingeordnet (ACP Gruppe).
Cisco DNA zielt darauf ab, manuelle Konfiguration durch Automatisierung zu ersetzen und damit Betriebskosten zu senken – das gilt besonders für große Standortnetze.
Das bedeutet: Unternehmen, die auf Cisco DNA setzen, ersetzen manuelle Eingriffe durch softwaregesteuerte Abläufe. Die Implikation: Betriebskosten sinken, die Fehleranfälligkeit nimmt ab.
Wer ist der größte Konkurrent von Cisco?
Marktposition von Huawei
Im Bereich Netzwerkhardware wird Huawei oft als der bedeutendste Wettbewerber von Cisco genannt. Huaweis Router und Switches sind in vielen Regionen preislich attraktiver und gewinnen besonders in Asien und Europa Marktanteile.
Wettbewerb durch VMware und Arista
- VMware konkurriert mit eigenen SD‑WAN-Lösungen und der NSX-Plattform.
- Arista Networks ist ein starker Rivale im Rechenzentrumsmarkt und setzt auf offene Standards.
- Gemeinsam üben diese Anbieter Druck auf Ciscos Hardware- und Softwaregeschäft aus.
Der Wettbewerbsdruck zwingt Cisco zu einer strategischen Neuausrichtung hin zu Software und Abonnementmodellen.
Welche drei Arten von Netzwerkarchitekturen gibt es?
Peer‑to‑Peer‑Architektur
- Alle Teilnehmer sind gleichberechtigt und teilen Ressourcen direkt.
- Geeignet für kleine Netzwerke ohne zentrale Steuerung.
Client‑Server‑Architektur
- Ein zentraler Server verwaltet Ressourcen und Dienste.
- Wird in den meisten Unternehmensnetzwerken eingesetzt.
Hybride Architektur
- Kombiniert Elemente von Peer‑to‑Peer und Client‑Server.
- Ermöglicht flexible Skalierung und Lastverteilung.
Die digitale Netzwerkarchitektur von Cisco kann auf alle drei Modelle aufsetzen – die DNA abstrahiert die zugrunde liegende Topologie (Fast Lane).
Das Muster: Cisco DNA ist unabhängig von der physischen Topologie und kann daher in verschiedenen Architekturtypen eingesetzt werden.
Was sind die vier Komponenten von SD‑WAN?
SD‑WAN‑Controller
Der Controller steuert zentral die Weiterleitung und Richtlinien.
SD‑WAN‑Edge‑Geräte
Diese Geräte sitzen an den Standorten und verbinden das lokale Netzwerk mit dem SD‑WAN‑Overlay.
Overlay‑Netzwerk
Das Overlay schafft eine virtuelle Topologie über physischen Verbindungen.
Orchestrierungsebene
Die Orchestrierung automatisiert die Bereitstellung und Verwaltung der SD‑WAN‑Instanz.
Cisco SD‑WAN (Teil der DNA) setzt genau dieses Modell um: Controller, Edge, Overlay und Orchestrierung arbeiten zusammen, um den Datenverkehr zu optimieren und Ausfallsicherheit zu gewährleisten (IP‑Insider).
Der Haken: Ohne eine durchdachte Orchestrierungsebene bleibt die SD‑WAN-Architektur unvollständig und kann ihre Automatisierungsvorteile nicht voll ausschöpfen.
Was sind die sieben Schichten der Netzwerkarchitektur?
Physikalische Schicht
- Kabel, Stecker, Funkwellen – die Hardwarebasis.
Sicherungsschicht
- Fehlererkennung und Zugriff auf das Übertragungsmedium.
Vermittlungsschicht
- Weiterleitung von Paketen zwischen Netzen (IP).
Transportschicht
- Ende‑zu‑Ende‑Kommunikation (TCP, UDP).
Sitzungsschicht
- Steuerung von Dialogverbindungen.
Darstellungsschicht
- Datenformatierung und Verschlüsselung.
Anwendungsschicht
- Schnittstelle für Anwendungen (HTTP, SMTP).
Cisco DNA arbeitet auf mehreren dieser Schichten – insbesondere auf der Vermittlungs‑, Transport‑ und Anwendungsschicht – um Richtlinien durchzusetzen und Sicherheit zu gewährleisten (Concentrade).
Das bedeutet: Cisco DNA ist kein reines Layer-2- oder Layer-3-Produkt, sondern greift tief in die Anwendungs- und Sicherheitsebene ein.
Warum verliert Cisco Marktanteile?
Wettbewerbsdruck durch Huawei und Arista
Günstigere Hardware von Huawei und cloud‑native Ansätze von Arista lassen Cisco Marktanteile im Kerngeschäft verlieren.
Veränderte Marktanforderungen
- Der Markt für Cloud-native Netzwerklösungen wächst schneller als traditionelle Hardware.
- Cisco reagiert mit Umstrukturierungen und Entlassungen (5 % der Belegschaft im Jahr 2023).
Cisco setzt auf Abonnement-Modelle und Software, um langfristig Umsätze zu stabilisieren – kurzfristig belasten Umstrukturierungen die Bilanz.
Die Konsequenz: Cisco muss sich zwischen Margendruck durch günstigere Hardware und Investitionen in cloud-native Software entscheiden.
Was sind die vier grundlegenden Netzwerkarchitekturen?
LAN (Local Area Network)
Lokales Netzwerk für Gebäude oder Standorte.
WAN (Wide Area Network)
Weitverkehrsnetzwerk, das mehrere Standorte verbindet – hier spielt SD‑WAN eine Schlüsselrolle.
MAN (Metropolitan Area Network)
Stadtweites Netzwerk mit hohen Bandbreiten.
PAN (Personal Area Network)
Kleinstes Netzwerk für persönliche Geräte (Bluetooth, USB).
Cisco DNA deckt sowohl LAN als auch WAN ab – insbesondere durch die Integration von SD‑WAN in die Architektur (Logicalis).
Das Muster: Cisco DNA ist nicht auf einen Netzwerktyp beschränkt, sondern skaliert über LAN und WAN hinweg.
Zeitleiste der digitalen Netzwerkarchitektur
- 2017: Cisco stellt Cisco DNA vor (Cisco).
- 2020: Cisco integriert SD‑WAN tief in die DNA.
- 2023: Umstrukturierung bei Cisco – 5 % Entlassungen.
Was ist gesichert, was bleibt unklar?
Bestätigte Fakten
- Cisco DNA ist ein softwaredefiniertes Framework für Unternehmensnetzwerke (Fast Lane).
- Die Architektur umfasst Controller, Analyse, Sicherheit und Automatisierung.
- Cisco SD‑WAN ist ein zentraler Bestandteil von DNA (IP‑Insider).
Was unklar ist
- Ob Cisco DNA langfristig gegen cloud‑native Alternativen bestehen kann.
- Die genauen Abonnementpreise für den deutschen Markt.
Stimmen zur digitalen Netzwerkarchitektur
„Cisco DNA ist eine offene, erweiterbare und softwaregesteuerte Architektur, die Unternehmensnetzwerke beschleunigen und vereinfachen soll.“
Liad Ofek (Cisco) – Fast Lane (Einführungsvideo)
„Die SD‑WAN-Lösung von Cisco spielt eine zentrale Rolle in der Cisco Digital Network Architecture.“
IP‑Insider – IP‑Insider (Fachpublikation)
„Cisco DNA wird als intelligentes und hochsicheres Netzwerkarchitekturmodell eingeordnet.“
ACP Gruppe – ACP (IT-Partner)
Für Unternehmen in Deutschland, die vor der Entscheidung zwischen Cisco DNA, SD‑WAN-Alternativen oder hybriden Lösungen stehen, ist die Richtung klar: Wer auf zentrale Steuerung und Automatisierung setzt, findet in Cisco DNA ein ausgereiftes Framework – muss aber mit Abonnementkosten und Wettbewerbsdruck rechnen. Wer offene, cloud‑native Architekturen bevorzugt, sollte Alternativen wie VMware oder Arista prüfen. Die Wahl wird langfristig über Betriebskosten und Flexibilität entscheiden. Cisco muss sich entscheiden, ob es den Preiswettbewerb mit Huawei aufnehmen oder sich auf seine Software-Stärken konzentrieren will.
Eine wichtige Komponente solcher Architekturen ist die zuverlässige Leistungsmessung, wie sie etwa Ciscos präzisen Netzwerktest bietet, um die tatsächliche Bandbreite zu ermitteln.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich Cisco DNA von herkömmlichen Netzwerken?
Cisco DNA ersetzt manuelle Konfiguration durch softwaredefinierte Automatisierung und zentrale Richtlinienverwaltung.
Kann SD‑WAN in Cisco DNA integriert werden?
Ja, Cisco SD‑WAN ist ein zentraler Bestandteil der DNA-Architektur und wird über den DNA Controller gesteuert.
Welche Zertifizierungen sind für Cisco DNA nötig?
Häufig werden CCNP Enterprise oder CCIE Enterprise gefordert; Cisco bietet spezielle Schulungen zu DNA an.
Ist Cisco DNA für kleine Unternehmen geeignet?
DNA ist auf mittlere bis große Umgebungen ausgelegt – für KMU gibt es abgespeckte Lizenzmodelle.
Wie sicher ist die digitale Netzwerkarchitektur von Cisco?
Cisco DNA integriert Sicherheitsfunktionen wie Segmentierung, Verschlüsselung und Echtzeit-Überwachung.
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